Monthly Archives: Mai 2011

Dinge, die ich nicht mehr habe

AIWA AM-F75

Die Minidisc galt ja mal als DAS Ding schlechthin: Endgültiger Ablöser der Kassette, anders als CD beliebig wiederbeschreibbar, man konnte die aufgenommenen Tracks vielfältig bearbeiten usw. Für eine gewisse Zeit war dies auch so: Leider konnte sich der Rechteinhaber an dem dahinterstehenden Komprimierverfahren (die Daten wurden zwar digital, aber nach dem ATRAC-Verfahren komprimiert geschrieben) nicht dazu durchringen, den Standard irgendwann frei zu geben. Dies hätte es beispielsweise ermöglicht, Minidisc-Laufwerke direkt an den PC anzuschließen und so vereinfachte Datenübertragungen anstellen zu können. Wie auch immer, Sony wollte das wohl nicht, so blieb es bei einer zeitlich begrenzten Nischenfunktion. Im Jahre 2007 wurde lt. Wikipedia die Produktion von Endgeräten eingestellt. Nicht zuletzt die aufkommenden mp3-Player haben für das Ende gesorgt.
Mein AIWA AM-F75 diente als äußerst flexibles Reportagegerät, als Heimrecorder und als mobiler Audioplayer. Die Tasten waren größer und damit deutlich besser bedienbar als bei den Sony-Geräten, zudem war die manuelle Aussteuerung während der Aufnahme mittels des großen Jogwheels ein von mir geliebtes technisches Feature. Und: Das blaue gebürstete Alucase war echt vorzeigbar, da nahmen sich selbst Kratzer elegant drauf aus …

Dinge, die ich nicht mehr habe

Eine alte Aktentasche …

Ende der 90er schlenderte ich bei schönstem Frühlingswetter über einen Flohmarkt in Tübingen, als mir diese Ledertasche ins Auge fiel. Für einen fairen Preis wechselte sie den Besitzer und war mir fortan wichtiges studentisches Utensil. In den Folgejahren etwas vernachlässigt, machte dann der Hund irgendwann Gebrauch vom Trageriemen, selbst mehrere Nahterneuerungen bei Schuster haben den Verfall letztlich nicht aufhalten lassen. Neulich landete sie im Kleidercontainer. Mach’s gut …

Was es wirklich gibt

ERGOMATIC-Leichtranzen-Set

(im Werbeblatt irgendeines Discounters, ca. 2007)

Was es wirklich gibt

Leute, die ihren Kurzurlaub preiswert auf Malle machen und gleichzeitig gegen die dazugehörigen Flugrouten protestieren

(südwestlich von Berlin, 2010)

Was es wirklich gibt

Hrdly

(Ort in Tschechien)

Klar findet man immer wieder in Zeitungen die Namen walisischer Orte mit vokalfreien 23 Buchstaben. Diesem Wettbewerb kann man sich gar nicht ernsthaft stellen, aber in einer kleinen, feinen Nische entdeckte ich auf einer Zugfahrt diesen niedlichen tschechischen Ortsnamen.

Was es wirklich gibt

mit Wellblech überdachte Baumarkt-Swimmingpools

(weiß nicht mehr wo, selber mal Ausschau halten …)

Was es wirklich gibt

AUTOBAHN PORSCHE

(Name eines Autohauses in Coventry, England, 2009)

Ja, englische Autofahrer. Unabhängig davon, dass es in diesem Land keinen Winterdienst für Straßen gibt, was u.a. schon mal dazu führt, dass ein paar Schneeflocken zur Schließung öffentlicher Einrichtungen führen, scheint der wirklich tolle Name dieses Autohauses in Coventry (!!) auf ein lockeres Verhältnis zur deutschen Kultur hinzudeuten. Wie wäre es übrigens mit der Ergänzung „Blitzkrieg“ im Namen der Firma?

Was es wirklich gibt

Fleischerei und Partyservice Buttgereit

(Potsdam, immernoch)

Auch wenn Herr Buttgereit nur wenige echte Splatter-Movies gemacht hat, zählt er in dem Genre als Legende. Als ich neulich beim Einkaufen den Fleischerwagen sah, fiel’s mir wieder ein …

Was es wirklich gibt

Beta Hase s.r.o.

(Autohaus in Usti nad Labem, Tschechien, 2001)

Was es wirklich gibt

Leute, die ihre aufgeräumte Wohnung im Netz präsentieren

(entdeckt Frühjahr 2011)