Monthly Archives: Oktober 2016

Ostdeutschland Was es wirklich gibt

Aktenschwund

Natürlich gehört es zum guten Ton, den (ost-)deutschen LKAs, den jeweiligen Abteilungen im BfV und am Ende auch der Polizei zu unterstellen, „auf dem rechten Auge“ blind zu sein. Anhaltspunkte dafür gab und gibt es genug, speziell in Sachsen. Seine vermeintlichen Krönungen erlebte diese Sicht u.a. mit dem NPD-Verbotsverfahren (angeblich zu viele V-Leute drin) oder mit den rassistischen Morden des „NSU“. Im Zuge des letzteren war auch immer wieder zu lesen, dass speziell das BfV zielgerichtet Akten geschreddert hat, z.T. im unmittelbaren Nachgang des Auffliegens der Bande. Für Verschwörungstheoretiker ist das natürlich ein herrlich, endlich wird klar, was man schon immer zu wissen glaubte, dass nämlich der ganze rechte Spuk am Ende staatsgesteuert ist.

Dem liegt aber oft eine völlig falsche Einschätzung zu Grunde, was denn ein „V-Mann“ sein. Unter diesem stellt man sich meist einen Mitarbeiter der Behörde vor, der sich verdeckt in Strukturen „eingearbeitet“ hat und der persönlich – selbstredend – auf der Seite des Staates steht. Genau das sind die „V-Männer“ in NPD, „NSU“ oder was auch immer i.d.R. gerade nicht. Es sind vielmehr echte überzeugte Nazis, die sich – aus welchen Gründen auch immer – einen anständiges Zubrot verdienen, in dem sie mit den Behörden ab und an mal reden.

Wenn nun, wie gerade wieder neulich zu lesen, zielgerichtet deren Akten geschreddert wurden, könnte man meinen, dass speziell das BfV hier seine Mitwisserschaft am „NSU“ vertuschen will. Dankenswerterweise hat dies Andreas Förster im Freitag Nr. 41 v. 13.10.16 sehr detailliert herausgearbeitet. Dabei zitiert er sehr ausführlich das Vernehmungsprotokoll eines Herrn Lingen, Ex-Referatsleiter des BfV. Dieser wurde 2014 vom BKA (!) vernommen und sagte u.a. aus: „Die Existenz von acht, neun oder zehn V-Leuten [in Thüringen] hätten zu der Frage geführt, aus welchem Grund die Verfassungsschutzbehörden über die terroristischen Aktivitäten der drei [NSU] eigentlich nicht informiert gewesen sei.“ Leider geht Förster im Folgenden überhaupt nicht darauf, was hier offenbar das Problem ist: Nicht, dass es in der thüringischen rechtsradikale Szene, aus der auch der NSU hervorgegangen ist, zahlreiche Informanten gab, nicht, dass die Akten geschreddert wurden, sondern die Erfolglosigkeit des Agierens des BfV: Man hatte zahlreiche V-Leute, wusste aber schlicht nicht Bescheid. Besser kann man ein Versagen nicht deutlich machen.

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pmracks

„Rear Luggage XL“ für die KLX 250S – angeboten vom pmracks in den Staaten: Sieht gut aus, extrem stabil und erstklassig verarbeitet, zahlreiche Löcher und Streben zum Befestigen von Spanngurten. Passt und kann ich nur empfehlen. (Die normalerweise oben angebrachte Werkzeugtasche habe ich einfach unter das Rack geschnallt: Hält und ist dennoch schnell erreichbar.)

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Mopped

Rally Pro

Stöbert man ein wenig im Netz, scheint das Thema „passende Handprotektoren für mein Motorrad“ gar nicht so trivial zu sein, wie man vielleicht vermutet. So wird in verschiedenen Foren diskutiert, was wo wie passt, berichten User über zahlreiche Bestellungen und Rücksendungen von Protektoren, weil sie dann irgendwie doch nicht an den Lenker passten.
Das Problem ist aber nicht der Lenker an sich, sondern die verschiedenen Kabel und Schläuche, die daran entlang führen. Damit muss man sich ein wenig auseinandersetzen, einfach ranschrauben geht eigentlich nie.

acerbis rally proBevor es irgendwie losgeht, muss aber freilich – neben dem unbestrittenen Nutzen für den Schutz der Hände – die Ästhetik geklärt werden! Und für Kawasakifahrer kommt letztlich nur ein Modell in Frage, weil es eben in exakt dem gleichen Kawasaki-Grün verfügbar ist: Der italienische Hersteller acerbis bietet mit dem Modell Rally Pro u.a. genau diese Farbe an. Also bestellt und dann – ich dachte, ich bin schlau – die Packung gleich dem Kawasakihändler auf den Tisch gelegt mit der Bitte, die Teile beim Fertigmachen des Bikes zur Übergabe doch gleich dranzuschrauben. Nun ja, am Ende bekam ich beides separat, weil der Monteur (vermutlich nach einmaligem Dranhalten) meinte, die passen da nicht dran.

So lagen sie erstmal ein paar Wochen im Schrank und manchmal, wenn am Wochenende etwas Zeit war, hielt sich immer mal wieder an den Lenker und grübelte, wie das wohl gehen konnte. In 5 Minuten freilich nicht, aber … Die letztliche Motivation kam dann durch die schöne Formulierung in einem der oben genannten Foren: „some wire re-routing and done …“. Das sollte doch zu machen sein!

imag0132Nach ein bisschen probieren war dann klar, wie es passen könnte (zum Glück ist das Anbaukit relativ flexibel). Die härteste Nuss im wahrsten Sinne des Wortes war aber, die in die Lenker-Enden eingeschweißten Gewichte rauszufräsen. Das ist notwendig, weil die Protektoren ja seitlich eingeschraubt werden. Mit haushaltsüblichen Mitteln kam ich da nicht weit, also Spezialaufsätze für die Bohrmaschine im Baumarkt beschafft und dann los … Insgesamt fast 2h nur gefräst, am Ende fast entkräftet, aber dank flüssiger Spezialnahrung konnte ich den körperlichen Kollaps gerade noch abwenden.

Und nun – isses Projekt endlich abgeschlossen. Die kleine Probetour am nächsten Tag hat freilich gezeigt, dass das Bike nun gaaaaanz anders abgeht. In diesem Sinne, nur Mut, es lohnt sich.

Mopped Ostdeutschland

Auf Landstraßen unterwegs

Eine erste etwas längere Tour ergab sich Anfang September. Ich wollte nach Erfurt, einen Tag hin, den nächsten wieder zurück. Mit dem Garmin Edge vom Fahrrad eine Landstraßenroute geplant und letztlich mehr oder weniger so abgefahren. 5 Stunden, statt 2,5h mit dem Auto auf der Autobahn, dafür eben gereist, statt gerast: Muldestausee, Bitterfeld, Halle-Neustadt, Nebra usw. – Ostdeutschland 27 Jahre nach der Wende. Soll noch einer meckern von wegen blühender Landschaften und so … Dank des Fahrradroutings von Garmin waren auch ein, zwei nette Schotterpassagen dabei …imag0098