Tyll

Ein Erfolgsautor, natürlich. Elegantes Schreiben, verschachtelte Erzählung und direkte Sprache wie aus dem Mund der Protagonistinnen und Protagonisten. Ein reiches Buch allemal. Historisch sowieso, aber auch, was die hervorgearbeiteten Themen betrifft: Reale Versionen von Lebensgeschichten, Erinnerungen, mögliche Zukünfte, Älterwerden, die biographische Frage der Generationen. Man findet und nimmt sich das, um was die eigenen Gedanken kreisen – das Berühren von Saiten, die schon gespannt sind. Alles andere klingt nicht.

Claus, Tyll, Nele und das „Winterkönigspaar“ setzen sich je auf ihre Weise mit den historische Ereignissen und ihrer Rolle darin auseinander: Sie erkunden, ertasten und testen ihre Stellung in ihrem wirren Zeitgefüge, welches alles scheinbar Gewisse durcheinanderwirbelt: Bedrückende Sicherheiten, unsichere Freiheiten – wo kann und will man hin?

Daniel Kehlmann: Tyll, Rowohlt 2017

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