Der Schriftsteller Robert Menasse hat im Freitag Nr. 4 vom 22.01.26 ein paar sehr lesenswerte Gedanken formuliert. Im Kontext der Geschichte Palästinas und Israels, dem Auschwitzgedenken und den heutigen Herausforderungen in Europa und weltweit geht er der Frage nach, inwiefern tatsächlich historische Erkenntnisse zielführend in heutige Debatten und Entscheidungen einfließen oder doch nur semantische Schönfärbereien sind. Seinem bewusst provokativem Vorschlag, Palästina und Israel in die EU aufzunehmen, muss man nicht folgen. Er macht aber deutlich, wie widersprüchlich eine in Ihrer Entstehung tendenziell postnationale europäische Einigung hinsichtlich der oft nicht mehr denn als Floskel geäußerter „Zwei-Staaten-Lösung“ ist.
Am Ende geht es doch mindestens darum, zukünftig zu verhindern, was er durchaus richtig für die Vergangenheit feststellt: „Die Geschichte ist ein Massengrab, das wir für das Fundament unserer Zivilisation halten.“
Robert Menasse, in: der Freitag Nr. 4 vom 22. Januar 2026
https://www.freitag.de/autoren/robert-menasse/die-lehren-der-geschichte-hier-stimmt-was-nicht