Category Archives: Kunst

Fundstücke des Alltags Kunst

Jam Session mit der Zukunft

„Viele Menschen wollen nicht wahrhaben, dass wir uns in einer Art Jam Session mit dem Universum befinden und daß die Erschaffung einer wirklich menschlichen Gesellschaft möglicherweise mehr eines künstlerischen Ansatzes bedarf als eines wissenschaftlichen.“

Frank Herbert (1920-1986), SF-Autor, u.a. „Dune“

Fundstücke des Alltags Kunst

Hey Moments

Das gibt’s doch nicht. Da sitzt man friedlich beim Sonntagsfrühstück und dann wird nebenbei im Radio die eigene Musikgeschichte dekonstruiert. King Sun and D-Moet, Hey Love, ein melancholischer, netter Rap, den ich mal auf irgendeiner Sampler-Platte hatte, gebraucht gekauft auf einer Plattenbörse, abgegriffenes Cover, egal. Hab‘ ich immer wieder gehört, klangt nett und sympathisch, hoher Erkennungswert aufgrund einer simplen und einprägsamen Synthi-Line.
Und dann das: Das war ein waschechtes Cover! Als die Synthi-Line im Radio dachte ich schon, das kann doch nicht war sein, dass dieses Lied noch jemand kennt. Aber die namentlich nicht genannte Erkennungssoftware sagte mir: Art of Noise, Moments in Love. Na sowas aber auch. Ich muss aber zugeben: Das Original ist auch ganz ordentlich. Und Art of Noise natürlich auch…
Den Detailvergleich gibt es hier:
https://www.whosampled.com/sample/64952/King-Sun-D-Moet-Hey-Love-Art-of-Noise-Moments-in-Love/

Fundstücke des Alltags Kunst

Gegenseitigkeiten

„Das Denken ist beim Malen das Malen.“

Gerhard Richter, Maler

„Das Malen ist beim Denken das Denken.“

Zlavoj Žižek, Denker

Fundstücke des Alltags Kunst

German Winter

Gestern zufällig den Track im Radio gehört, heute im Netz das Video gefunden, beides absolut umwerfend. Das Video hätte ich ganz genau so gemacht – perfekt! 😉 Also die Flasche Bier aus dem Beutel geholt und einfach bei der Fahrt aus dem Fenster geschaut.

Fundstücke des Alltags Kunst

Japan Experimental

Drei Japaner, drei Roland Gaia, eine Kamera, drei Mikros, eine Sonnebrille.
Aus irgendeinem Grund höre ich lieber (dem für mich unverständlichen) Gerede zu.

Fundstücke des Alltags Kunst

a sound like this

“party people in the place to be
this is what you paid your money to see
on the wheels of steel “GLOVE”
and the prince of jaw Africa is raw (?)
and he’s the beast from east and the best from the west
and they go offer you a sound like this”

 

Der gute alte Ice-T im Jahre 1984 als junger Bursche, this is real Old School!

Fundstücke des Alltags Kunst

Don’t copy, create something new

parlament„Es gilt die Hausordnung des Landtages.“ – Man muss ja nicht unbedingt ein Haus mitten auf der Straße bauen, wie das die Potsdamer Stadtratsfraktion der „Anderen“ vor ein paar Jahren so treffend für das Projekt formulierte. Wenn man dann jedoch endlich aus dem Provisorium des „Kremls“ auf dem Berg ausziehen kann und dazu noch eine Fassade aus der Vergangenheitsretorte geschenkt bekommt, dann sagt dann doch nicht Nein.
Freilich können wir am Ende alle ein wenig stolz sein, dass unser Wissen und unsere Technik soweit entwickelt sind, Bauten aus der Vergangenheit detailgetreu wieder aufbauen zu können. Der kulturhistorische Sinn darf hingegen durchaus angezweifelt werden: Ähnlich wie in Dresden ein Mahnmal gegen den Krieg beseitigt werden musste, um die Frauenkirche wieder aufbauen zu können, soll nun noch am besten noch das Potsdamer Hotelhochhaus dem wiederaufgebauten Gestrigen weichen. Zeugnisse der Stadtgeschichte sollen im Namen anderer und gar nicht mehr existender Zeugnisse geschliffen werden: „Zurück in die Zukunft!“ Was heute als architektonische Klassik gilt, war einmal sehr modern. Wo ist denn die heutige Moderne – realisiert mit den heutigen Möglichkeiten? Die Vergangenheit wieder aufzubauen, ist allzu billig, aber leider heute mehrheitsfähig. Nicht, dass die Brandenburger darüber abgestimmt hätten, aber sie stürmen – ähnlich wie Dresdner „ihre“ Frauenkirche – die neuerschaffenen Bauten des Vergangenen.
Vor ein paar Jahre hatte das Kunstfest in Weimar den richtigen Gedanken: Damit das Goethesche Gartenhaus nicht von den Touristenströmen zertrampelt wird, baute man in 500m Entfernung einfach eine identische Kopie des Hauses. Der Eintrittspreis war übrigens der gleiche.

 

P.S. Auf meiner Festplatte fand ich neulich noch einen Kommentar, der auf der Webseite einer lokalen Tageszeitung formuliert wurde:

gestern_und_heute

 

Kunst

As slow as possible

[flashvideo file=wp-content/uploads/2012/04/halber-cage3.flv /]

2001 begann in einer alten, halb verfallenen ehemaligen Klosterkirche in Halberstadt eine Musikaufführung, deren geplantes Ende nur von unseren entfernten Nachfahren zu erleben sein wird. Wenn überhaupt – in der bisherigen Menschheitsgeschichte wäre es eine ziemliche Ausnahme, wenn 639 Jahre (so die anvisierte Dauer der Aufführung) ohne Krieg und Umwälzung vonstatten gingen.

Soweit hat John Cage, der das Werk „As slow as possible“ einst für Klavier komponierte sicher nicht gedacht. Beim Klavier bedeutete es noch, den nächsten Ton dann zu spielen, wenn der vorhergehende ausgeklungen war. Das kann man ein wenig in die Länge ziehen, bleibt aber letztlich überschaubar, denn ausgesprochen lang ist die Partitur nicht.

Übertragen auf eine Orgel heißt „so langsam wie möglich“ aber aufgrund der Mechanik und des Gebläses theoretisch unendlich – zumindest wäre solange zu spielen, wie die Orgel funktionsfähig ist. Einige Jahre nach dem Tod von John Cage entstand die verrückte Idee, eine solche Aufführung anzugehen. Als Ort wählte man Halberstadt, weil dort die älteste noch funktionierende Orgel steht: Im Jahr 2000 war diese 639 Jahre alt – genau diese Zeitspanne setzte man nun für die Aufführung von „ORGAN2/ASLSP“ an. Die Partitur wurde zeitlich „umgerechnet“ und am 5.September 2001 begann das Konzert. Mit Stille. Erst im Februar 2003 erklang der erste Ton – ein Dreiklang.

Im Jahr 2003 war ich das erste Mal vor Ort und machte Bilder und einen kleinen akustischen Mitschnitt. Daraus entstand obiges kleines Video.

 

Näheres zu der Aufführung findet sich hier: www.aslsp.org

 

 

Kunst

empty streets

Dieses kleine Video entstand im Frühjahr 2009 sozusagen als erster Gehversuch mit Videoschnittsoftware. Grundlage war eine eigene Aufnahme im herbstlichen Harz sowie ein Soundmitschnitt von dfm.nu

[flashvideo file=wp-content/uploads/2010/11/emptystreets.flv /]

Kunst

unwahrscheinliches radio orchester

… ich weiß gar nicht mehr, ob es das noch gibt, dabei gibt es wohl niemand Anderes, der es wissen könnte. Zwischen 1996 und 2005 machte eine Combo von fortschrittlich Radio-Interessierten in Dresden auf sich aufmerksam. Zunächst zu weit, dann zu dritt, gelegentlich zu viert, mal wieder zu dritt usw. Basisstation aller Operationen war der freie Lokalsender coloRadio; von da aus liefen die Wege und Auftrittsorte (die meist Radiostudios waren) bis Chemnitz, Halle und Berlin. Ausgangspunkt war eine Sendung von mir mit dem Titel „Soundblending Show“, in der genau das auch passierte und durch einen unwahrscheinlichen Zufall hatte das auch noch jemand gehört, dem das gefiel und den ich nicht kannte. Und zufällig traf man sich dann noch wenige Tage später, tja, das war der Anfang, damals.
Aber irgendwann wird man älter und an Knöppen drehen, Eingänge und Ausgänge diverser Klangerzeuger und -speicher kreuz und quer verbinden und sich daran freuen, dass der Krach irgendwie trotzdem organisch klingt, trägt als technisch-medialer Spaß ja auch nicht zwangsläufig bis zur Rente. Was nicht heißt, dass es nicht gelingen muss, die Combo für einen netten Herrenabend noch mal zu reaktivieren.

Aaaaber…. es gibt ja noch die Webseite, deren Ursprünge ins Jahr 1998 zurückgehen (was man durchaus auch erkennen kann): http://www.mechlabor.net/uro (Achtung, Krach!)