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Dolomiti OL/Sport

Dolomiti, Tag 5

Mit dem Fotographen, der auch hier gerade Kurzurlaub macht, beim Abendbrot gestern besprochen, heute gemeinsam auf’s Würzjoch zu fahren. „Nur“ hoch und wieder zurück. „Nur“ 25km …
wuerzjoch-1Die ersten 5km rollt man eh bergab bis Zwischenwasser, dann leicht das Gadertal bis St. Martin hoch, von da ab wird’s steil. Mit die steilsten Passagen waren aber tatsächlich gleich im unteren Abschnitt, wenn sich die Straße erstmal aus dem unten recht engen Tal hochwinden muss. Wenn man da erstmal halbwegs raus geht es (auch das natürlich maßlos untertrieben …). Den größten Schreck bekamen wir aber, als wir uns schon auf halber Höhe bis zum Pass wähnten und es hinter einem Höhenzug erst noch mal wieder runter ging. Am Ende aber sehr glücklich oben angekommen, tolle Panoramen unterwegs und natürlich auch ganz oben auf dem Pass. Viele Fotos geschossen, halbwegs erholt und gemeinsam wieder runtergerollert. Den „Gegenanstieg“ von der Welle hochzu mussten wir auch noch nehmen, das lief bei mir aber erstaunlich gut. Gadertal bergab, und von Zwischenwasser nochmal fast volle Kanne bis St.Vigil hoch – super Tour, und um Eins wieder daheim.

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Dolomiti OL/Sport

Dolomiti, Tag 4

Gestern abend beim Grillabend im Hotelgarten wurde mit dem Hausherrn und einigen Gleichgesinnten eine gemeinsame Runde für heute besprochen. Roman Erlacher wollte uns auf seine „Geheimrunde“ führen, so wie sie auch in der „Tour“ beschrieben ist: Weniger als 80km, aber mehr als 2000Hm, kleine, versteckte Straßen, so gut wie keine Autos.
hausherrMit insgesamt sieben Leuten ging es halb zehn los. Gleich am ersten Anstieg zum Furkelpass hoch stiegen zwei aus und kehrten um. Wir restlichen fünf fuhren dann immer gut gemeinsam den Rest: Nach Anstiegen und bei Abzweigen wurden gewartet, kurz geschwatzt, an kleinen Dorfbrunnen die Trinkflaschen wieder aufgefüllt und dann weiter.
Gegen Mittag schob es sich oben in den Bergen etwas zu und wir hörten es rumpeln, auf unserer Tour haben wir das Gewitter aber gut umfahren.
Als wir wieder im Hotel ankamen, schien die Sonne und wir konnten uns im Garten beim vom Hausherrn spendierten Bier anfangen zu erholen.

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Dolomiti OL/Sport

Dolomiti, Tag 3

Zur Abwechslung sollte es heute eine Mountainbiketour sein. Nur ca. 60km, einfach das Val de Tamersc bis Pederü hochrollern und dann ein bisschen zu den oben liegenden Hütten klettern – hinterher wieder runterrollern. So dachte ich jedenfalls …
mtb-1Aber am Ende war es härter als gestern: Bergan-Strecken, die kaum fahrbar waren (steil, lose und z.T. sehr große Steine), Hitze, Bergab-Strecken aus den gleichen Bedingungen auch nur sehr vorsichtig fahrbar. Hat alles ewig gedauert, die geringe Geschwindigkeit, die z.T. kaum über der der Wanderer lag, brachte auch keinen Fahrtwind.
Trotzdem hoch bis zur Refugio Fanes, kleine Pause gemacht, im Bach erfrischt, Hefebier getrunken. Weiter bis zur Hütte Gran Fanes – da hätte man einfach umdrehen können, wäre auch okay gewesen, wollte ich aber nicht. Zeit war ja noch.
Also das Val de Fanes runter, fast unten an den grandiosen Cascades de Fanes Halt gemacht. Vom Rastplatz führte ein schmaler Pfad („Via Ferrata“) bis zum Wasserfall. Unten ab dem Parkplatz ein anderes Tal Richtung Ra Stua hoch. Die ersten steilen Meter waren zum Glück asphaltiert, das „rollte“ sich halbwegs. mtb-2Nach der Hütte kam dann der Abzweig Richtung Fodara hoch: Eine alte Militärstraße, die sich in engen Serpentinen steil hochschlägt. Dazu viel grobes Gestein – in meinen Zustand nicht fahrbar. War schon ziemlich platt. Dann endlich irgendwann oben auf dem Plateau – herrliche Rundsicht, nur konnte ich es kaum genießen, immer breiter. Dann endlich Fodara erreicht, von da ab nur noch bergab. Nur wieder kaum fahrbar: Das Gegenstück zu vorhin, extrem steile Militärstraße, die sich an einem sicher nicht dafür gedachten Steilhang nach unten windet. Immer wieder anhalten, abschnittsweise gerollt, aber immer mit nur einem Fuß in der Pedale, um schnell absteigen zu können. Beim Bremsen rutschte man nur.
Also mehr oder weniger mit den Wanderern bergab, bis endlich Pederü erreicht war. Hier unten war es nur noch wärmer als oben. Ab jetzt aber nur noch 12km leicht abschüssige Asphaltstraße bis St. Vigil. Leicht mittreten war ok, über kleine Wellen ging aber gar nicht mehr – total leer …
So fertig war ich lange nicht mehr.
Aber traumhafte Gegenden gesehen.

Dolomiti

Dolomiti, Tag 2

Gestern abend im netten Gespräch mit dem Hausherrn, selbst ein passioniertes Rennradfahrer, habe ich mich dazu hinreißen lassen, heute die Cortina d’Ampezzo-Runde zu drehen.
Also keine Ausreden heute morgen, das Wetter sollte ja stabil sein, da muss auch genutzt werden. Er hat mir nochmal ganz im Detail die Runde beschrieben und erklärt, worauf ich achten soll – toller Service von jemanden, der sich wirklich auskennt, und nicht nur so tut.
Von St.Vigil runtergerollert bis Zwischenwasser und dann langsam, aber kontinuierlich das Gadertal bis La Villa hochgeschraubt. Statt rechts zum gut frequentierten Grödner Joch bin ich links zum Passo di Valparola. valparoloEin wunderschöner Anstieg, herrlichen Felsensicht rundrum und zum Glück auch teilweise bewölkt, sodass es nicht zu heiß war. Kurz hinter dem Pass parkten viele Autos, da man von hier aus relativ bequem die umliegenden Gipfel zu Fuss erklimmen kann – oder zumindest bis ganz in ihre Nähe kommt. Dann leichte Abfahrt zum Passo Falzarego und von da Schussfahrt bis Cortina d’Ampezzo.
Das Zentrum habe ich auf Anraten leicht umfahren, aber noch im Ort ging schon der nächste Anstieg los, hinauf zum Tre Croci. valparolaVon da Abfahrt nach zum Misurina-See, kurz vor dem See kam aber nochmal ein kleiner Anstieg, auf den ich überhaupt nicht eingestellt war – nun ja.
Am See herrliche Rundrumsicht, nur die berühmten Drei Zinnen waren leider teilweise in den Wolken verschwunden. Am Kiosk Postkarten gekauft, am Brunnen Wasser aufgefüllt und dann laaaaange Abfahrt bis zum Pustertal und selbiges bis Bruneck gleichfalls leicht, aber kontinuierlich bergab. Unterwegs noch schnell an einem Imbiss angehalten, da die Beine langsam ziemlich leer waren und ein Stück Anstieg am Ende stand ja noch bevor. Dann die Hauptstraße das Gadertal hoch. Die vier im unteren Abschnitt befindlichen Tunnel kann man auf der alten Straßentrasse umfahren – links steile Felswand, geradeaus eine alte, schmale, halb zugewachsene Straße und rechts direkt runter der Abhang zum Fluss – sehr idyllisch. So ging es bis Zwischenwasser. Von da ab aus dem Gadertal raus und nochmal relativ steile 3 km bis St. Vigil hoch. Fertig. Wirklich.
Aber wunderschön!

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Dolomiti OL/Sport

Dolomiti, Tag 1

Diesen Sommer wollte ich endlich mal ein paar richtige Pässe fahren: Im sicheren Sonnenschein endlose Serpentinen mit atemberaubenden Höhen, Ausblicken und Anstrengungen. Letztlich ist es genau das geworden, nur die unglaublichen Mengen Schweiß hatte ich vorher nicht ernsthaft erwartet. Aber lest selbst, los geht’s mit Tag 1 …

Unterwegs am Rothsee übernachtet (und im schon fast ganz Dunklen nochmal gebadet), heute morgen dann zeitig weiter. Das war auch ganz gut so, denn über’n Brenner war ganz schön Verkehr. Gegen 13 Uhr bin ich dann endlich am Hotel angekommen: Sehr schöne Lage in St. Vigil und prima Ausstattung – so nobel habe ich bisher nicht Urlaub gemacht. 😉
Bin eigentlich recht müde und erschöpft gewesen, habe mich nach dem Auspacken des Autos dann aber doch dazu entschieden, gleich noch eine kleine Warmup-Runde zu drehen.
Interessant schien der kurze und wohl nicht allzu schwere Anstieg zum Furkelpass (ca. 1700m), direkt aus dem Ort, der selbst schon auf 1100m ü. NN liegt. Also gemütlich umgezogen und losgemacht – aber puuuh!
furkelpassDie paar Serpentinen lagen in der vollen Sonne, bei über 30 Grad und bis zu 15% Steigung war es doch deutlich mehr als ein „Warmfahren“. Bis hoch waren es nur ca. 9km, unterwegs aber immer wieder kurz angehalten, um den Puls wieder zu beruhigen. Die Höhe ist man als Brandenburger wahrscheinlich auch nicht gerade gewöhnt.
Oben Passfoto geschossen und ein bisschen umgeschaut. Rundrum gehen Skilifte zum Kronplatz hoch, hier muss im Winter höllisch was los sein.
Heute nachmittag ging’s aber, die recht schmale Straße war auch nicht allzu sehr befahren. Zum Anschluss also wieder runtergerollt, treten musste ich bis zur Unterkunft eigentlich nicht mehr … Aber auch das Abfahren will geübt sein, man muss ein Gefühl dafür entwickeln, welche Verzögerung eine Rennradfelgenbremse so maximal bietet – der Hammer ist’s nicht 😉

So, jetzt ist gleich Grillabend im Garten unten, habe heute noch nichts richtiges gegessen …blick_nach-draussen

Welche Tour es morgen sein wird, habe ich noch nicht entschieden. Irgendwas mittleres, noch nicht die ganz großen Runden. Mal sehen. Im Prospekt des Ortes, welchen ich bei der Anmeldung erhielt, stehen auch ein paar interessant klingende Mountainbiketouren. Eine davon werde ich mir sicher auch mal vornehmen.

OL/Sport

Mit dem Rennrad im Bayerischen Wald

Mitte der 90er Jahre hatte die Satirezeitschrift Titanic mal den damaligen Wahn der Dia-Vorträge von Weltenbummlern auf’s Korn genommen: Statt der üblichen Plakate, mit denen damals vor allem studentische Wohngegenden zugepflastert waren, warb die Titanic für Vorträge zum Thema: „Auf Puschelpantoffeln durch die Wüste Gobi“, oder noch interessanter: „Mit dem Mofa durch Hannover“.

Ganz so abseitig war mein Plan, mit dem Rennrad durch den Bayerischen Wald zu fahren, sicher nicht. Unterwegs kam ich mir aber doch oft wie ein echter Abenteurer vor.

Doch der Reihe nach: Die langen Sommerferien sollten dieses Jahr auch für eine neue Fahrrad-Action genutzt werden. Letztes Jahr gab es die Tagestour zum Brocken, 2014 sollte es für ein paar Tage mit dem Rennrad in die Berge gehen. Der Bayerische Wald erschien als sinnvoller Kompromiss zwischen Anreiseweg und praktischem Nutzen. Also im Vorfeld eine günstige Übernachtung im zentral gelegenen Bodenmais gebucht und auf der Webseite des Tour-Magazins ein paar Routenvorschläge eingesammelt und losging’s.

Montag vormittag mit dem Auto zu Hause los, am späten Nachmittag an der Unterkunft angekommen. Damit der Tag noch etwas nützt, nach kurzem Auspacken gleich nochmal auf’s Rad gesetzt …

Tag 1: Nach der langen Autofahrt endlich angekommen, es regnete noch leicht, ich wollte aber unbedingt los. Hatte mir eigentlich Tour Nr.1 aus dem Tourentipps rund um Bodenmais ausgesucht, für diese 60km war es aber schon zu spät. Gegen 17 Uhr dann endlich los, Richtung Teisnach runter und auf der anderen Seite bis zur Burg Altnussberg. Viele kurze steile Rampen, auch auf „normalen“ Straßen.
Von der Burg Altnussberg erstmal wieder runter gerollt bis Geiersthal und dann das Tal der „Schwarzen Regen“ querend nach Drachselsried (schöner Abschnitt mit vielen Wellen) gefahren. Ab Drachselsried dann die Hauptstraße zurück nach Bodenmais, fuhr sich nicht so schön, dafür kontinuierlich bergan. Am Ende war ich ganz schön platt für eine Aufwärmrunde; insgesamt waren es ca. 38km. (Keinen anderen sportlichen Radfahrer gesehen.)arber

Tag 2, Dienstag: Direkt aus Bodenmais die Straße zum Arber hoch, aus der Kalten ca. 500 kompromisslose Höhenmeter. Die Rampe der Arberstraße ist glaube ich mit bis zu 12% Steigung angegeben. Ohne Aufwärmung hieß da, mit der Kompaktkurbel im kleinstmöglichen Gang und 8-9km/h sich nach oben zu schrauben. (Falls ich doch mal Alpenpässe fahren will, heißt das wohl, vorn auf Dreifachkurbel zu setzen…) Nach dem Passieren des höchsten Punktes („Bretterschachten“ auf 1120m) ging es dann leicht bergab bis zum Arber-Skigebiet, am Arbersee vorbei bis zum Abzweig Brennes (immer noch über 1000m). Auf diesem Stück habe ich auch den einzigen anderen Rennradfahrer in dieser Woche gesehen. Natürlich grüßte man sich freundlich.

Vom Brennes ging’s dann links runter Richtung Lohberg. Zunächst an der sog. „Hindeburg-Kanzel“ kanzelvorbei und weiter durch Lam und Arrach – und da dachte ich schon, ich bin für heute unten angekommen. Die Verbindung zum nächsten Ort (Arnbruck) ging aber wieder über’n Bergsattel, da hatte ich mir die Tourenbeschreibung wohl nicht genau genug angeschaut. Weiter ging’s dann über Drachselsried und wie gestern zurück nach Bodenmais. So kamen insgesamt ca. 62km und ja, mehr als 1000Hm zusammen. Das Wetter blieb trocken, oben war es recht frisch, als ich wieder unten war, schien sogar ab und an die Sonne.

Tag 3, Mittwoch: Die Wetterprognose sah nicht gut aus, spätestens ab Mittag sollte es (z.T. ordentlich) regnen. Die für heute geplanten 80km Richtung Nationalpark sollten also möglichst früh in Angriff genommen. Also rechtzeitig raus, frühstücken und kurz nach halb 9 los.
Bis Zwiesel erstmal wellig bergab gerollt, dann Frauenau und von da ab bis Klingenbrunn echtes Nationalparkfeeling. Herrlicher Wald, gute Straße, kein Verkehr! Dann runter nach Kirchdorf, nun verstetigte sich bereits der Niesel, in Kirchberg war ich dann einfach nass, Daher ab hier abgekürzt: Nicht weiter Richtung Bischofsmais, sondern direkt nach Regen zurück (recht starker, nun ja, „Regen“ eben) und von Regen mit etwas weniger desselben im Rücken hinauf nach Bodenmais gekurbelt.
Oben angekommen war es dann wieder trocken.
Ohne nennenswerte Pause sind doch 70km zusammengekommen, war doch ganz ordentlich. Bei schönem Wetter sicher sehr aufregende Tour. Und ja, schon wieder über 1000Hm eingesammelt, obwohl es gar nich so hoch ging wie gestern.

arber-mtbTag 4, Donnerstag: Heute sollte das Wetter im Laufe des Tages besser werden, also etwas später los. Statt Rennrad-Gekloppe sollte es heute eine gemütliche Mountainbikerunde werden. „Nur mal schnell auf den Arber hoch“, der Hausberg hier, schön locker, ohne Stress … Und statt der steilen und direkten Arberstraße, die mich bis zur Hälfte hochgebracht hätte, wählte ich einen größeren Umweg über Forstwege, die weniger fordernd schienen. Nun ja, war auch nicht im hohen Pulsbereich, habe aber trotzdem ordentlich geschwitzt. Oben war es dann ziemlich kalt, Sicht war sowieso nicht. Aber auch hier: Kein anderer Mountainbiker weit und breit.
Also mehr oder weniger schnell wieder runter, ein Stück den Höhenweg lang zu einem netten Berglokal. Von da Schussfahrt zurück in den Ort. (43km, 1100Hm)

Und, das war’s auch leider schon. Am Freitag musste es dann zurückgehen. Für den Sonnabend war die Teilnahme am MTBO im Weimarer Land geplant. Nach der Ankunft in Bad Berka habe ich wenigstens noch eine Lockerungsrunde gedreht und mir mal angeschaut, wie man am besten aus dem Ort zum Turm auf dem Kötsch hochkommt … Hat immerhin wieder mit meinem Partner zum fünften Platz gereicht. (Eine kurze Nachbetrachtung dazu ist hier zu lesen.)

GPS-Tracks zu den hier beschriebenen Touren gibt es auf Attackpoint: http://attackpoint.org/log.jsp/user_9860.
Gut, ein bisschen versteckt ist es freilich. Also: Account anlegen, einloggen und auf die Friends-Liste setzen lassen …

Dinge, die ich nicht mehr habe OL/Sport

Stevens 8.5.2.

Stevens – ich weiß noch genau, wie ich eigentlich auf diese Fahrradmarke gekommen bin. In den frühen 90er Jahren kannte ich ein paar nette Leute in Halle/S., mit denen in gelegentlich Touren ins Umland unternahm. Zunächst meist wandernd, doch irgendwann war die Zeit reif, auch auf den Mountainbike-Zug aufzuspringen. Und ja: Da einer dieser Leute ein Stevens hatte, dachte ich mir, dass das wohl ok sei. 1995 gab es nicht so viele Fahrradläden wie heute, einer der wenigen neuen Läden in Dresden führte aber ganz zufälligerweise auch diese Marke. stevens852Stevens bezeichnete seine Modelle früher schlicht mit Nummern, und mein erstes war ein 7.1.2. Für mein studentisches Budget war dies mit einem guten Stahlrahmen mit einer mittleren Komponentengruppe (STX RC) genau das Richtige. Erste Touren in der Umgebung, bald auch Harz, irgendwann dann Frankreich, und auch auf Korsika war dieses Rad dabei. Nach ca. fünf Jahren wurde es mir leider aus dem Hausflur meiner damaligen Wohnung geklaut. Es war noch der Schlamm von der letzten Harztour dran gewesen … Für meine Wege in der Stadt hatte ich immer eine alte Möhre herumstehen, die ich bedenkenlos auch im Uni-Gelände anschließen konnte. Nach einiger mountainbikelosen Zeit sollte aber dennoch wieder ein Neues her: Ein Fahrradurlaub in Italien war geplant. Was es da so 2003 an neuen Stevensrädern im Laden zu sehen gab, bot wenig Hoffung: Grässliche Farbkombinationen und Scheibenbremsen, wohin man schaute. Das war schwierig. Zufällig stand in dem Laden aber ein fast neuwertiges gebrauchtes Rad zum Kauf: Mattschwarz und komplette XT-Gruppe, die ich mir neu nie hätte leisten können. Da übersah ich auch gern, dass der Rahmen eigentlich ein wenig zu groß für mich war. So wurde das 8.5.2. (siehe Bild) mein neuer Kompagnon. Nach fast 10 Jahren Einsatz, zum Schluss auch bei vielen MTBO-Events, habe ich es dann weiterverkauft. Goodbye, vielleicht gibt es dich ja noch.

Letzte Bücher OL/Sport

It’s about Doping

secret_raceJa, noch ein Buch über Profiradsportler … Nach der sehr beweihräuchernden (Auto-)Biographie von Lance Armstrong aus dem Jahr 2000 („there was cheating right from the start“!), deren heroisch gezeichnetes Bild sich durch die Ermittlungen der USADA spätestens 2012 in völliger Luft aufgelöst hat, kommt 2012 ein Buch auf den deutschen Markt, in dem ein ehemaliger Mitstreiter von Lance im Mittelpunkt steht: Tyler Hamilton.

Aus irgendeinem Grund ist der Typ auf Anhieb sympathischer: Vielleicht weil er der kleine Mitfahrer neben dem großen und überheblichen Lance war? Weil er in seiner Biographhie Doping detailliert eingesteht? Weil Lance darin besonders schlecht wegkommt? Warum auch immer, wer sich für Radsport im weiteren Sinne interessiert, findet in dem Buch eine sehr genaue Beschreibung der Doping-Praktiken seit Ende der 90er Jahre.

Alle Namen, die in den Medien immer unter dem Vorbehalt „Verdacht“, „eventuell“, „mutmaßlich“ etc. behandelt werden, werden dort klar als Beteiligte benannt. Ob es stimmt, kann man als Außenstehender nicht prüfen. Die Evidenzen sind jedoch umwerfend.

Und Tyler, das sympathische Gesicht, ein Typ, der sich extrem quälen kann bzw. konnte.

Leider ist das Buch auf Deutsch unter dem allzu reißerischen Titel „Die Radsport-Mafia“ erschienen. Das englische Original „The Secret Race“ ist da wesentlicher treffender.

 

Ein längeres Interview mit Tyler über ihn und das Buch gibt es hier:
http://www.youtube.com/watch?v=3qYZx6xKy2I

OL/Sport

Brockenweise bergauf

Die Ferien enden bald, das Wetter ist seit Tagen super, da hat es sich endlich mal ergeben, einen uralten Plan umzusetzen: Mit dem Mountainbike den Brocken zu erklimmen! An einem Tag von Potsdam aus mit dem  Zug in den Harz, 1000 Höhenmeter hoch, wieder runter, mit dem Zug zurück. Die Tage sind noch lang, da sollte das kein Problem sein.

Bei der Suche nach der passenden Zugverbindung stellte sich letztlich entscheidende Frage, auf welchem Weg es bergauf gehen soll. Ich hatte ja immer die Brockenstraße als idealen Aufstiegsweg im Hinterkopf. Da ich vorher noch nie auf dem Brocken war, schien das aber gar nicht so sicher. Also schnell mal gegoogelt („Brocken“ +„Mountainbike“), und siehe da: Eine hübsche kleine Webseite, seit Jahren  nicht aktualisiert, aber egal. Hier fanden sich jedenfalls ein paar Tourenvorschläge, wie man den Berg am besten erobert.

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Ich entschied mich für eine Route, auf die ich selbst nie gekommen wäre: Von Ilsenburg aus erst noch ein Stück vom Brocken weg Richtung alte Grenze und dann durch das Eckertal langsam nach oben, an einer Talsperre vorbei, Scharfenstein und dann am Ende den alten Postenweg bis zum Gipfel.

Also mit dem Zug bis Ilsenburg – und dann konnte es losgehen. Bis zum Gipfel sollten es 18km sein, da sollte ja in zwei Stunden zu schaffen sein (Wir sind ja nicht bei der Tour de France …) Auf dem Weg zum Bahnhof und unterwegs beim Umsteigen fing meine Hinterradbremse allerdings zunehmend an zu schleifen. Beim Aussteigen in Ilsenburg war sie dann im Prinzip total fest. Super. Scheibenbremsen sind halt Mist, einer der überflüssigen Ideen der Hersteller, die zuverlässig funktionierenden und einfach zu wartenden V-Brakes abzuschaffen. Diese Neuerung gehört in die gleiche Kategorie wie 29‘‘-Räder. Aber das nur am Rande.

Ja, was nun? Rumhebeln an den Bremsbacken brachte gar nichts, Einstellungen am Bremsgriff waren auch ergebnislos. Also bereits im Zug nach einem Radladen in Ilsenburg gesucht – und zum Glück auch gefunden: „Bad Bikes Ilsenburg“, das klang genau richtig. Die 500m vom Bahnhof das Rad geschoben und zum Schluss getragen (Bremse total fest) und dann rein in die erhoffte Erlösung: „Ich brauche Hilfe“! Dank Stefan vom Bad Bikes Laden war das Problem in 5min gelöst – und ich hatte mich schon eine Stunde oder mehr warten sehen. Vielen Dank nochmal an der Stelle.

Nun ein kleines Stück aus dem Ort Richtung Westen raus, und dann nach Süden in das Eckertal biegen. Und schon da konnte ich erahnen: Ich werde mich fast den ganzen Weg bergauf an der alten Grenze entlang bewegen. D.h.: superschöne Natur, wenig Leute – und Betonplatten aller Art auf dem Weg. Solange diese mit den typischen Langlöchern quer zur Fahrtrichtung liegen, geht es ja noch, aber in einigen steilen Passagen mit dem Langlöchern genau so, dass man durchaus mal kurz flucht – und einmal auch kurz absteigt und schiebt. Es sollten aber die einzigen zehn Höhenmeter sein, die ich zu Fuß erklamm.

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Irgendwann dann die Gebäude auf dem Gipfel in scheinbarer Nähe: Ein kleines, vom Borkenkäfer kahlgefressenes Plateau, was ich erreichte, suggerierte, schon fast auf der Höhe zu sein. Es waren aber noch mindestens 500m Höhe, die fehlten.

Am netten Nationalparkimbiss Scharfenstein (hier stand noch bis 2000 eine Kaserne der DDR-Grenztruppen) eine Bockwurst und ein Bier, und dann konnte der eigentliche Anstieg losgehen: 3.5km Plattenweg, kontinuierlich dabei 440 Höhenmeter machend (das sind durchschnittlich ca. 13% Steigung). Und ja, ich bin nicht durchweg gefahren. Mindestens dreimal hieß es absteigen, kurz verschnaufen, ein Foto machen, und dann weiter. Letztlich fast eine halbe Stunde lang im kleinsten Gang zu fahren, ist schon bitter. Selbst ohne betonten Druck auf den Pedalen sind die Beine nach kurzer Zeit leer. Da half auch Heinrich Heine mit den nett am Wegesrand angebrachten Zitaten seiner Wanderung auf diesem Weg nicht viel als Motivation. Und dann endlich doch der Lichtblick: Ein kleine Kurve und der Gipfel ganz nah, die Brockenbahn war zu hören, ein erster Windzug, der um den Berg kam, brachte etwas Abkühlung. So, jetzt doch ein paar Wanderer auf dem Weg, jetzt keine Blöße geben und durchfahren, das muss doch gehen. Also in den Momo-Style gewechselt: Nicht mehr immer der Blick zum Berg oben, der nur hilflos macht, sondern nur auf den Weg vor dem Rad: Nur an diesen einen Tritt denken, dann an den nächsten, usw. Ja, und dann war ich oben: Ich hatte die gleiche Ideen wie tausende andere an diesem wunderschönen Tag, die mit der Brockenbahn nach oben gekommen waren.

Und ja, kurz vor dem Gipfel: Eine ältere Frau, die am Wegesrand saß, äußerte unerwartet Anerkennung. Auch dafür: Danke. 20130717_141543

OL/Sport

How to create a corridor map

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Diese Anleitung als pdf downloaden: How to create a corridor map